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QCWA German Chapter #106

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Funkwetter

DJ1PV - Erich Salewski

Am 25. Oktober begeht unser Mitglied Erich Salewski, DJ1PV, #19468, in Kiel seinen 90. Geburtstag. Diesen besonderen Tag nehmen wir zum Anlass, um Erich im Namen aller Mitglieder des German Chapter 106 der QCWA, Inc. ganz herzlich zu gratulieren und für die kommenden Jahre viel Gesundheit, Glück und Zufriedenheit zu wünschen.

Auch ihn haben wir gebeten, dass er uns aufschreibt, wie es bei ihm dazu kam, dass er Funkamateur wurde.


Mein Werdegang als Funkamateur.

Geboren wurde ich als Sohn eines Reichsbahn-Angestellten im ostpreußischen Kleinstädtchen Liebstadt am 25. Oktober 1923. Dort lebten rund 3500 Einwohner und es herrschte gerade eine Inflation in der Weimarer Republik in Deutschland. Mein Werdegang als Funkamateur ist schon in frühester Jugend von vielen Zufällen geprägt gewesen. Mein Bruder, zehn Jahre älter als ich, war Absolvent der damaligen Luftnachrichtenschule in Insterburg. Mein Interesse an seiner Ausbildung war sehr groß. Dazu kam, dass unser Physiklehrer in der Schule ebenfalls Nachrichten-Offizier d.R. war und uns Jungs, schon als 10-Jährige, mit dem Morsealphabet vertraut gemacht hatte. Ich konnte damals schon, während einer Lehrerkonferenz, das Schaltbild einer elektrischen Klingel, an die Tafel zeichnen. Mit 13 Jahren konnte ich bereits bis 30 hören und geben, wenn auch mit einigen Fehlern. Somit war mein Wunsch immer mehr gereift, später einmal Funker zu werden.

Mit dem Amateurfunk wurde ich zum ersten Mal konfrontiert, als in unserer Stadt ein Uhrmachermeister wegen seines unerlaubten Funkverkehrs mit ausländischen Amateurfunkern entdeckt wurde. Ich hatte dann später die Gelegenheit, seine Wohnung und die versteckt gebaute Antennenanlage zu besichtigen. Er wurde verhaftet und ward nie wieder in unserer Stadt gesehen. Dieser Vorfall hat mich damals so geprägt, dass ich später immer den Wunsch hatte, eine Amateurfunklizenz zu erwerben. Leider hat sich dann der Wunsch nach einer Lizenz infolge des Krieges nicht sofort erfüllt, aber trotz dieses Ereignisses wollte ich auf jeden Fall Funker werden.

Ich baute mir einen Einkreiser mit AF7/ AL4 und einer AZ1 sowie einer Hochantenne, die ich mit einer Holzstange an unserem Hausgiebel befestigte. Nach der Schulzeit machte ich zunächst eine Lehre bei einem Elektromeister in Liebstadt. Schon im ersten Lehrjahr wurde ich Kreissieger beim Reichsberufswettkampf und bekam ein Stipendium für die Schiffbau-Ingenieur-Schule Elbing. Nach mehreren theoretischen Kursen in Elektrotechnik wurde ich zum Kriegsdienst verpflichtet. Bei der Musterung für die Wehrmacht, meldete ich mich für die Kriegsmarine und wurde wegen meiner Morsekenntnisse zur Marine-Nachrichtenschule Aurich kommandiert. Nach meiner 4-monatigen Ausbildung zum Marinefunker kam ich auf ein Minensuchboot und habe mit viel Glück den Krieg überstanden.

Nach dem Kriege war ich bei einer Minen-Beseitigungs-Einheit unter englischer Leitung tätig. Dort war ich für die technischen Belange der Leitfunkstelle in Kiel zuständig. Nach und nach fanden sich hier ehemalige DASDer aus Schleswig-Holstein sowie Flüchtlinge und Vertriebene aus anderen Teilen Deutschlands wieder ein. So erging es auch mir. Da meine Heimatstadt besetzt war, war meine Familie als Ostflüchtlinge bei einem Bauern in der Nähe von Hamburg untergekommen.

Schon während des Krieges hatte ich Kurt Schirmer kennengelernt, der schon damals eine Vorkriegslizenz hatte. Er war wie ich Marinefunker und ein paar Jahre älter als ich. Alle an einer Amateurfunklizenz Interessierten mussten eine Prüfung zur Erlangung einer erneuten Lizenz machen und bekamen dann auch neue Rufzeichen. Kurt Schirmer, mit dem ich befreundet wasr, bekam das Rufzeichen DL1GG und nachdem der DARC gegründet war, wurde er Distriktsvorsizender von Schleswig-Holstein.
Für mich als Ostflüchtling war zunächst der Brotwerwerb wichtiger und ich bewarb mich als Funksachearbeiter bei der neu gegründeten "Hochseefischerei GmbH" in Kiel. Dort konnte ich mich im praktischen Bereich schon auf meine spätere Amateurfunklizenz vorbereiten. Eine in der Zeit von mir entwickelte Windom-Antenne auf Schiffen fand damals bei den Bordfunkern großen Anklang. Mit dem Beginn meiner Mitgliedschaft im DARC/BZ musste ich mich allmählich mit den Erfordernissen für die Prüfung bertraut machen. Dabei hat mir mein Funkfreund Kurt Schirmer, DL1GG, sehr geholfen. Meine Lizenz ließ dann nicht mehr lange auf sich warten und 1952 erhielt ich das Rufzeichen DJ1PV.

Inzwischen hatte ich ein eigenes Grundstück in Kiel-Ellerbeck erworben und ein kleines Häuschen gebaut, wo ich auch einen Gittermst aufstellen konnte. Ein Fritzel FB 33 wurde montiert sowie verschiedene Langdrähte getestet. Ab sofort wurden Rufzeichen gesammelt und Diplome an die Wand gehängt. Bei aller Freude über die Erfolge, war aber mein dringendster Wunsch, einmal eine DXpedition in ein fernes Land zu machen. Darauf musste ich allerdings noch bis 1996 warten.

Die Jahre gingen ins Land. Ich hatte mich inzwischen beruflich und auch privat verändert.

Mein neuer Arbeitgeber hatte auch eine Zweigstelle bzw. ein Auslieferungslager auf den Philippinen. Bei einem Aufenthalt dort lernte ich meine xyl kennen und da lag es doch sehr nahe, von dort eine DXpedition zu machen. Aber so einfach war es alles dennoch nicht. Es sollte wiederum mehrere Jahre dauern, bis ich eine Gastlizenz in DU bekommen sollte.
Nach vielen Bemühungen unserer Verwandtschaft war es letztendlich möglich, dass mir eine Kurzzeit-Lizenz erteilt wurde - aber mehr brauchte ich ja auch gar nicht. Im März 1996 war es dann endlich soweit, ich konnte mit DU/DJ1PV in die Luft gehen. Es wurde von vielen - meist W-Stationen - auf mich gewartet, weil ich meine Aktion lange vorher angekündigt hatte. Doch der größte Anteil der gearbeiteten Stationen waren JA-Stationen. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und der Bekanntheitsgrad von DJ1PV war danach ziemlich hoch. Wir hatten uns ein Motorboot gechartert und waren von einer Insel zur anderen gefahren, bei allen Widrigkeiten des Wetters. Aber die W- und JA-Stationen waren ganz wild auf die noch unbekannten Inseln, von denen - so sagt man - die Philippinen mehrere tausend haben soll.

vy 73 es best DX de DJ1PV = awdh +

DL4HBB

PS: Ein ausführlicher Bericht über diese Reise ist hier   zu lesen.

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