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QCWA German Chapter #106

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Funkwetter

 

1932 kam ich in die Kantschule nach Karlshorst, wo Dr. Georg Struth, ein Radiowissenschaftler, mein Mathe- und Physiklehrer wurde. Ich machte das Abi im Fach Physik mit dem Thema: "Die Zweiweggleichrichtung", worüber ich vortragen musste. Note eins! 1938 schloss ich mich dem DE-Kurs in Neukölln an, Kursleiter war Egon Fontane, O1EF, OM Voigt, später DL7AV, war mein CW-Lehrer. Eine innige Freundschaft bis zu seinem Tode verband mich mit Harry Lilienthal, DL7AH, der dort DE-6872 wurde. Ich fiel zunächst mit drei Fehlern im Hören bei 60 bpm durch. Wurde im nächsten Prüfungsrun DE 6909. Erstes QSO im Frieden noch 1939.

Den DASD-Standardempfänger 7b hatte ich in der Baugemeinschaft des Bezirksverbandes Südost im Keller des BV-Heimes mit Hilfe von OM Pixa selbst gebaut. Leiter war OM Hans Rehder, Hausmeister Familie Bordasch, die ein strenges Regiment führten. Der TX (mit 1x RE 604 (Triode) in Hartley-Schaltung) war auf ein Brett aus Fichtenholz montiert: Den 350-pF-Drehko hatte ich von OM Freiherr von Türkheim-Geislern, DE-002 geschenkt bekommen. Die Spule war aus 8mm Kupferrohr gewickelt, das ich auf dem Schrottplatz für einen Grossteil meines Taschengeldes gekauft hatte. Es war ursprünglich die Benzinleitung eines Autos gewesen. Die Röhre RE 604 konnte 10 Watt HF erzeugen, was Harry sehr kritisch sah: "Mensch, Kalle, die Peiler ham Dich sofort, wenn Du mit so'nem QRO losfährst!" Standard der Schwarzsender war damals die Röhre RE 134, die etwa 3 Watt machen konnte. Meine Taste war eine deutsche Posttaste aus Hartholz und Messing, die ich aus dem Schrott des Reichspostzentralamtes für 2 Reichsmark ergattert hatte.

Erste Funkkontakte hatte ich mit Karl Kallemaa, ES5D. auf 14 MHz. Diese QRG konnte schlecht gepeilt werden. Als Antenne diente eine Fuchsantenne von 10 m Länge, die auf die Dachziegel gelegt und über den Balkon ins Zimmer geführt wurde; Material grün mit Baumwolle umsponnener Spulendraht. Im Frühjahr 1939 wurde ich von DR. Otto Laass, dem Werbedirektor von Telefunken, mit der DE-Urkunde ausgezeichnet. (In Wahrheit: Der gute Dr. Laass ahnte nicht, dass ich schon ein ausgebuffter Schwarzsender war.) 1940 zog ich ins Sudetenland, wurde dort noch aktiver mit wöchentlichen QSOs mit Harry Lilienthal, die wir per Postkarte vereinbarten: "Unser Kino ist 80 m lang!" Harry war stets YL2FS, ich wechselte jedesmal das Call: u.a. I1KN, HA0DL... Ich hatte nun eine 38 m lange Fuchsantenne und eine 54 m lange Langdrahtantenne auf den 30 m hohen Fabrikkamin gespannt. Im Spätsommer 1949 wurde Harry durch Tastclicks im Volksempfänger VE 301 seiner Nachbarin offenbart, wurde verhaftet und in das Polizeipräsidium am Alexanderplatz eingelocht. … "

Leider enden hier Karls persönliche Schilderungen über die ersten 25 Jahre seines Funkerlebens. Ich werde versuchen, aus den verschiedensten Quellen die wichtigen Informationen zusammenzustellen und seinem Bericht anzuhängen.

Von 1941 an war Karl im Funkwesen der Wehrmacht, nach der Ausbildung zum Funktechniker war er im Einsatz in der Nachrichtenübermittlung, Funkbeobachtung, Funkpeilung, Frequenzberatung und im Gerätewesen. Er entwickelte eine Ferntastung von Telegrafie-Sendern mittels Trägerfrequenzübertragung.

Schon im Mai 1945 nahm er seine Amateurfunkstation wieder in Betrieb, um seinem ungebrochenen Eifer und Trieb, der Amateursendetätigkeit, nachzukommen. Übrigens eine Zeit, in der die US-Besatzungstruppen sogar den Besitz einer Senderöhre unter strenge Strafe gestellt hatten.
Nach dem Studium der Pädagogik, begann Karl-Heinz Hille seine Tätigkeit als Lehrer, später vorwiegend in den naturwissenschaftlich-mathematischen Fächern an Hauptschulen, Fachoberschulen und im Telekolleg.

Es folgten zahlreiche arbeitsintensive Jahre, die dem Aufbau und der Reorganisation des Amateurfunkdienstes in Deutschland gewidmet waren, u.a. war er Gründungsmitglied des Bayerischen Amateur-Radio-Clubs, eines Vorläufers des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC) mit Tätigkeiten als Funkbetriebsreferent innerhalb des Distriktes Bayern-Süd. Überhaupt stellte er sich den zentralen Aufgaben innerhalb des DARC e.V. und gehörte folglich zu den Gründern des OV C07 (1967).

DL1VU

Im Jahr 1965 wurde Karl mit der Goldenen Ehrennadel des DARC ausgezeichnet, 2009 für 70 Jahre Mitgliedschaft im DARC geehrt.¸
Als aktiver Funkamateur hat OM Karl-Heinz Hille DL1VU in den 60er und 70er Jahren sein sehr umfassendes Wissen in Form von Artikeln (nicht nur für Newcomer interessan und lesenswert!) in der Clubzeitschrift cq-DL veröffentlicht und später auch in Buchform herausgegeben. Das erste Buch "Vom Elektron zum Schwingkreis" behandelt den technischen Bereich und entwickelte sich, wie auch alle weiteren Veröffentlichungen, zum Standard- und Nachschlagewerk, das in keinem Shack fehlen durfte. Als Autor unzähliger Publikationen genießt Karl H. Hille nach wie vor einen herausragenden Ruf. – sowohl national als auch international. Die Thematik der Antennentechnik nimmt in seinem Leben einen besonderen Stellenwert ein. Seine Ausführungen waren und sind stets auch auf die speziellen Anforderungen der Praxis innerhalb des Amateurfunkdienstes hin orientiert und haben manchen OM zum erfolgreichen Nachbau animiert – auch durch seine Art zu schreiben und dem Leser die Inhalte strukturiert zu vermitteln. Auf seine Veröffentlichungen wird u. a. im ARRL Antenna Compendium und in Rothammels Antennenbuch verwiesen.

Als Verfasser der Bücher "Einstieg in die Amateurfunktechnik, 1985", "Der Dipol in Theorie und Praxis, 1998", "Windom- und Stromsummenantennen, 2000" und Mitautor der Werke "Einstieg in die Amateurfunktechnik, Teil C: CW-Manual" und "Das Antennenlexikon, 1988" ebnete er einerseits zahlreichen angehenden Funkamateuren den schwierigen Weg zum Amateurfunk und sorgte andererseits für den Erhalt von bekanntem, hochwertigem Wissen und beflügelte die Weiterbildung innerhalb der Gemeinschaft der Funkamateure.
Noch heute findet man DL1VUs Buch "Vom Elektron zum Schwingkreis" im Internet zum kostenlosen Download (http://www.amateurfunkprüfung.de/download/

Über viele Jahre hindurch bewies OM Hille, DL1VU als Referent zahlreicher Vorträge bei wichtigen Veranstaltungen sein großes Engagement und Bemühen die vielfältigen Erkenntnisse seiner Überlegungen und Versuche einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Für die Entwicklungen seiner Antennen, die stets auch besonders auf die Belange des Amateurfunkdienstes zugeschnitten waren, erhielt er mehrere Patente.
(1974 Erteilung eines Britischen Patents für die optimierte T-Antenne (GB 1 454 101), 1990 eines Deutschen Patents für eine Variation dieser Vertikalantenne (DE 38 40 105). 1996 erhielt er zusammen mit H. Brückner, DL2EO, ein Deutsches Patent für eine Breitbandige Hybridantenne (DE 42 19 569)).

In den Jahren 1980 bis 1993 bereiste DL1VU zur Förderung des Amateurfunks und zum Studium von Ausbreitungsbedingungen und Antennen den Pazifikraum und aktivierte zahlreiche Länder und Inseln der Südsee. Damit bot er einer großen Anzahl von DXern die Möglichkeit seltene Präfixe zu arbeiten und sich später beim Nachlesen seiner Reiseberichte in den Amateurfunkzeitschriften in die Welt der Südsee zu versetzen. Wir erinnern uns an:

1980/81: Tonga A35VU, Niü ZK2VU, Cook Islands ZK1XG, Tahiti FO0VU, West Samoa 5W1DC, Wallis FW0VU, Fiji 3D2VU.

QSL-Karte

1981/82: Australien VK2EAJ, Neuseeland ZLOAKD, Neu Kaledonien FK0VU, Vanuatu YJ8VU, Tokelau ZM7VU und: 3D2VU, 5W1DC, ZK2VU, ZK1XG.
1983/84: Tinian KHO/DL1VU, Nauru C21NI, Tarawa T30CT, Amer Samoa AH8/DL1VU und 5W1DC, ZM7VU
1988: Guam AH2/DL1VU, Marshall Isl. KX6/DL1VU, Tuvalu T22VU und C21Nl, 3D2VU.

1991: Hawaii KH6/DL1VU, Phönix Isl. T31AF, Solomon Isl. H44VU und T30CT, FO0VU.
1992/93: T32VU, East Kiribati
In den rund zwei Jahren seines Aufenthalts in der Südsee schaffte Karl weit über 100 000 Funkverbindungen – überwiegend in Telegraphie.

Wenn unser OM Karl-Heinz Hille, DL1VU am 15. Mai seinen 90. Geburtstag begeht, denken wir mit ihm gerne an sein bewegtes und aufregendes Leben als Funkamateur zurück. Die Gemeinschaft der QCWA, German Chapter 106, gratuliert ganz herzlich und wünscht ihm weitere schöne Jahre bei hoffentlich guter Gesundheit.

DL4HBB 05/2012

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