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QCWA German Chapter #106

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Funkwetter

 

Wie ich Funkamateur wurde

Mein Vater brachte mir von einer seiner Reisen ein Buch mit: „Seeteufel erobert Amerika" Es berichtete über die Vortragsreise des Grafen Luckner, die er von 1926 bis 1927 nach den USA gemacht hatte. Er war im 1. Weltkrieg Kommandant eines Segelschiffs gewesen, das im Atlantik und im Pazifik als Hilfskreuzer Schiffe versenkte und damit zahlreiche Kriegsschiffe der Alliierten aus Europa abzog. In diesem Buch war ein „Offener Brief des Bordfunkers an die amerikanischen Funkamateure" abgedruckt; der mich faszinierte. Das wollte ich auch einmal: selbst funken und aus dem eigenen Kämmerchen heraus weltweite Verbindungen herstellen.
Seit 1930 hatten meine Eltern ein Motorboot, mit dem wir in den Ferien jedes Jahr schöne Wanderfahrten unternahmen. Das Boot hatte seinen Liegeplatz in Parchim an der Elde, einem Nebenfluss der Elbe. Am Nachmittag trafen sich dort die Bootseigner zum Klöhnschnack, und ich hörte zu, denn es gab immer etwas Interessantes zu erfahren. Einmal sagte einer von den alten Herren, es war der Amtsinspektor Adolf Zelck: „Ich muss leider jetzt gehen. Ich habe noch eine Verabredung mit einem Dänen." Darauf ich: „Bekommen Sie Besuch?" - „Nein, über Funk." - „So, wie Radio?" -„Ja, genau so. Willst du es dir mal ansehen?" .... Natürlich wollte ich es und besuchte den OM Zelck schon an einem der nächsten Tage. Im Wohnzimmer lag ein Holzbrett auf dem Tisch, auf dem freitragende Spulen aus dickem Kupferdraht, ein oder zwei blanke Röhren, Drehkos und ein wahrer Drahtverhau den Sender bildeten. Der Strom kam wohl schon aus einem Netzgerät. Der Empfänger sah etwas manierlicher aus: Es war eine Kiste aus Alu-Blech mit Drehknöpfen und Skalen dran und mit Kopfhörern. Bandwechsel wurde mit Steckspulen vorgenommen, die auf alte Fünfpol-Stift-Röhrensockel gewickelt waren. „Da ist der Däne", sagte OM Zelck und setzte mir die Kopfhörer auf. Ich vernahm nur ein Gepiepse und war doch ziemlich enttäuscht. Ich hatte erwartet, jemanden sprechen zu hören, und nun das! „Ja, Morsen musst du schon können. In Deutschland dürfen wir leider keinen Sprechfunk machen." Nun hatte ich im Kino in der Kindervorstellung gesehen, dass Schiffe sich mit Blinksignalen verständigten. Darum hatte ich die Morsezeichen schon gelernt, allerdings nicht nach Gehör, sondern nach Merkwörtern. Diese begannen mit dem Buchstaben, für den sie standen: Atom, Bohnensuppe, Coburg-Gotha, Drogerie, Friedrichsroda usw. Jede Silbe mit 0 bedeutete „dah", jede andere „dit". Das Schema war leicht zu behalten, nur konnte man zwar zur Not danach geben, aber nichts aufnehmen. „Ich mache gerade einen Morsekursus für meinen Sohn und dessen Freund. Vielleicht kommst du da noch mit, wenn du willst. Du hast ja schon etwas Ahnung." .... Und so begann es nun. Nach einiger Zeit war ich der einzige, der noch teilnahm, und schließlich hieß es: „Du kannst jetzt alle Zeichen. Jetzt brauchst du auch einen Empfänger!"... Aber bei nur 5 Mark Taschengeld im Monat schien das völlig unmöglich zu sein. „Da gibt es in der Warenabteilung des DASD (Deutscher Amateur-Sende- und Empfangsdienst) für 75 Mark einen Bausatz. Ich werde mal mit Deinem Vater sprechen, ob er dir das Geld vorschießt. Aber den Bausatz bekommst du nur, wenn du Mitglied bist:" So wurde ich am 1. November 1937 als 15-jähriger Mitglied des DASD und damit SWL. Mein Vater war einverstanden, ich musste aber das Geld bis zum letzten Pfennig zurückzahlen. Durch Geben von Nachhilfestunden schaffte ich es in einigen Monaten. Der Bausatz kam: Es war ein Rückkopplungs-Audion mit NF-Stufe und ein solider Alu-Kasten, etwa DIN A4- Format als Frontplatte. OM Zelck, der damals das Call D4KTJ hatte, baute mir das Gerät in einigen Wochen zusammen, hatte ich doch nur Laubsäge und eine kleine Handbohrmaschine und vom Löten keine Ahnung. Ich durfte zusehen und bewunderte seine Löttechnik mit Niedervolt-Trafo und Kohleelektrode aus alten Batterien. In Brennspiritus aufgelöstes Kolophonium diente als Flussmittel. Das fertige Gerät sah gut aus. Als Audion- und auch als NF-Verstärker dienten zwei Pentoden AF7. Das genügte für Kopfhörer-Empfang. Der Rückkopplungseinsatz war bis ins 10-Meter-Band sehr weich und wurde durch Regelung der Schirmgitterspannung erzielt. Die Spulen waren noch Steckspulen, aber schon aus dem neuen Kunststoff Trolitul. Ich bekam sie nur grob angepasst geliefert und habe dann beim Optimieren das Löten gelernt. Ein 100pF-Drehko hatte eine Rastenscheibe mit 10 Stellungen. Damit konnte man das jeweilige Band grob einstellen und auch wiederfinden. Mit einem parallel dazu liegenden 15pF-Drehko ließen sich die schmalen Bänder (damals 80m von 3.5 bis 3.6 MHz und 40m von 7.0 bis 7.2 MHz) gut überstreichen. Auf 20m und lOm reichte die Kapazität für den größeren Bereich aus. Von Zeit zu Zeit gab es Eichfrequenz-Sendungen und später auch Bandbegrenzungs-Sender, die rund um die Uhr durchliefen. So war ich also im Herbst 1937 das erstemal QRV. Eine Antenne von 20m Länge die mit Eierketten isoliert war, wurde noch am selben Tag zu einem Apfelbaum im Garten gespannt. Und nun begann die Empfangstätigkeit.

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